Arbeiterwohlfahrt Frankfurt am Main e.V.
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Leitsätze Historie Menschen

Thema 4: Arbeit und Armut

 

AWO kämpft gegen Armut

Die Schere zwischen Arm und Reich wird seit Jahren in Frankfurt immer größer. So ist der Anteil der "Armen" um 3,8 % seit 2004 gestiegen, der "Wohlhabenden" jedoch auch um 2,4%. Die Mittelschicht hingegen nimmt ab. Als arm wird man eingestuft, wenn man weniger als 840 Euro monatliche verfügbares Einkommen hat, als wohlhabend mit mehr als 2800 Euro monatlich.

Waren es zunächst einige warnende Stimmen, die vor der Zunahme von Armut gewarnt haben, so ist dieses Problem mittlerweile allgemein anerkannt und belegt.

Bei steigenden Lebenshaltungskosten sind die durchschnittlichen Löhne so niedrig wie vor zwanzig Jahren. Hartz IV betrifft nicht nur Langzeitarbeitslose, sondern gerade Rentnerinnen und Rentner, Kinder und Familien und alle Lohnabhängigen.

Jedes vierte Kind ist arm. 70.000 Menschen in Frankfurt leben von Hartz IV, darunter 11 %, die so wenig verdienen, dass sie Hartz IV aufstockend beantragen müssen. Hinzu kommen eine ganze Reihe von Menschen, die knapp über  jedweder Bemessungsgrenze liegen, denen das Geld aber kaum reicht, um ihren Lebensalltag zu gestalten, geschweige denn am kulturellen oder gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Die AWO ist seit Jahren ein Hauptaktuer gegen Kinderarmut, Familienarmut, Altersarmut. Wir verstehen uns in der politischen Auseinandersetzung um Verteilungsgerechtigkeit als Anwalt und Lobby für die Schwächeren in der Gesellschaft.

Zukunft der Arbeit in der Stadt

Der Strukturwandel der in Frankfurt wohnenden Erwerbstätigen hat sich auch in den letzten 12 Jahren - wie zuvor - fortgesetzt.

Die Zahl der Arbeiter-/innen mit einem Arbeitsplatz ist um 37.000. zurückgegangen, die der Beamten, Angestellten und Selbständigen um 31.000 gestiegen. Unterm Strich waren 2008 jedoch rund 6000 in Frankfurt wohnende Menschen weniger in Arbeit als 1994. Das heißt, der leichte Arbeitsplatzzuwachs in Frankfurt geht an den Frankfurter Einwohnern vorbei.

Im Vergleich der deutschen Großstädte liegt Frankfurts Arbeitslosenquote etwas niedriger als im Durchschnitt. Allerdings ist die Dauerarbeitslosigkeit seit fast 30 Jahren mit einer Zahl zwischen 25.000 und 30.000 sehr hoch.

Der Anteil der gewerblichen Arbeitsplätze in und um Frankfurt wird weiter zurückgehen. Die AWO sieht bereits heute eine große Nachfrage nach Fachkräften und zukünftig ein auszubauendes Arbeitsfeld im Bereich der Altenpflege und der Kinderbetreuung. Weitere Arbeitsbereiche müssen bestimmt werden, Anerkennung in der Gesellschaft erfahren und ausreichend entlohnt werden.

Die AWO setzt sich für einen gesetzlichen Mindestlohn ein und diskutiert zum bedingungslosen Grundeinkommen.

Wesentliche Schritte zur Behebung von Arbeitslosigkeit und daraus resultierender Armut sind für uns die Umgestaltung des Schulsystems hin zu einer nachhaltigen Bildungsgerechtigkeit, eine Weiterentwicklung der Struktur der Kinderbetreuung und die Verbesserung von Chancen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Frankfurt.

 

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